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Inkontinenz im Alter - Ursachen in der Geriatrie

Medizinisch geprueft von:
Sabine Krause (Medizinprodukteberaterin)
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Stand: 15.06.2026

Im Alter beguenstigen Multimorbiditaet, nachlassende Gewebestabilitaet, Demenzerkrankungen und eingeschraenkte Mobilitaet die Entstehung von Harn- und Stuhlinkontinenz. Geriater unterscheiden zwischen akuter (voruebergehender) und chronischer Inkontinenz. Eine pflegeunterstuetzende Hilfsmittelversorgung erhaelt die Lebensqualitaet.

Klinischer Ueberblick der Inkontinenzformen

Altersprozesse betreffen auch das ableitende Harnsystem. Die Kombination aus Mobilitaetseinschraenkungen und kognitiven Veraenderungen erfordert angepasste Pflegekonzepte.

In Deutschland sind etwa 10 Millionen Menschen betroffen. Die medizinische Fachgesellschaft Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V. betont, dass eine fruehzeitige Diagnose und professionelle Beratung (z.B. eine Kompetente Inkontinenzberatung) in den meisten Faellen eine deutliche Besserung oder Heilung bewirken koennen.

Inkontinenzformen im klinischen Vergleich

Typ Symptome Ursachen Leitlinien-Therapie (Auszug)
Belastungsinkontinenz Urinverlust bei Husten, Niesen, Sport Beckenbodenschwaeche, Urethrasphinkterdefekt Physiotherapie, Biofeedback, TVT-Band OP
Dranginkontinenz Ploetzlicher, zwingender Harndrang Detrusor-Ueberaktivitaet, neurologisch Blasentraining, Anticholinergika, Botox
Mischinkontinenz Kombination aus Drang- und Belastungs-Verlust Gewebeschwaeche und ueberaktiver Muskel Priorisierte Behandlung des dominierenden Symptoms
Ueberlaufinkontinenz Troepfeln bei chronisch voller Blase Blasenauslassobstruktion (Prostata), Atonie Katheterismus (ISK), Obstruktionsbeseitigung
Stand: 06/2026. Datenquelle: GKV & AWMF S2k-Leitlinien.

Ursachen und Differenzialdiagnose

Die Einteilung erfolgt meist nach den S2k/S3-Leitlinien im AWMF-Leitlinienregister. Eine Belastungsinkontinenz (oft als Stressinkontinenz bezeichnet) resultiert aus einem Druckanstieg im Bauchraum. Die Blase wird nach unten gepresst, und der Schliessmuskel kann dem Druck nicht standhalten.

Die Dranginkontinenz (Urge-Inkontinenz) beruht hingegen meist auf einer Fehlfunktion des Blasenmuskels (M. detrusor vesicae), der sich bereits bei geringen Fuellmengen krampfartig zusammenzieht. Dies wird u.a. in den Patientenportalen des IQWiG (gesundheitsinformation.de) ausfuehrlich beschrieben.

Haeufige Fragen zu Inkontinenzformen

Durch urologische Diagnostik: Dazu gehoeren Anamnese, Ultraschall der Restharnmenge, Urinstatus (Ausschluss von Harnwegsinfekten) sowie ggf. eine Urodynamik (Blasendruckmessung) und ein Miktionstagebuch.

Ja, viele Formen der Blasenschwaeche sind heilbar. Insbesondere die Belastungsinkontinenz spricht hervorragend auf beckenbodengymnastische Rehabilitation an. Bei Dranginkontinenz helfen medikamentoese Therapien und Blasentraining.

Wichtiger Hinweis

Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und können den fachlichen Rat eines Arztes, Therapeuten oder Apothekers keinesfalls ersetzen. Suchen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden immer eine qualifizierte Arztpraxis auf.